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Woher kommt mein Saatgut? – Update 30.1.2018

Update 30.1.2016, nicht mehr funktionierende Links und zugehörige Zitate korrigiert.

Update 22.1.2015, nun ist dieser Artikel fast drei Jahre online (seit dem 1.3.2012) und wird immer noch regelmäßig gelesen. Einige der aufgeführten Links funktionieren so nicht  mehr. Ich habe daher den Artikel überarbeitet ohne die Grundaussage zu ändern. So wurde u.a. der Absatz über de Ruiter Seeds klarer formuliert, da es hierbei in der Vergangenheit zu Missverständnissen kam. Ein Fazit wurde ergänzt.

Heiner hat mit seinem Artikel Samen von Monsanto [1] bei mir die Neugier geweckt nach der Antwort auf die Frage woher eigentlich unser Saatgut kommt? – Nein, ich meine da jetzt nicht die alten Sorten. Bei denen stört es mich nicht unbedingt soooo sehr, wenn sie von einem der Global Player kommt. Interessanter sind da schon die vielen „neuen“ Sorten, oft nicht samenfeste Hybride.

Aus unserer Saatgutkiste wanderten so eben in den Müll:

Etwas widerwillig werden zunächst noch weiterverwendet:

Ja, und wer ist nun wer?

Dazu musste ich erst einmal herausfinden welche Sorte wem gehört – und da hat doch die EU auch wieder etwas Gutes an sich. Saatgut von Nutzpflanzen, das in einem Land der EU zugelassen ist, ist automatisch in der gesamten EU zugelassen. Und somit gibt es einen einheitlichen Sortenkatalog, den man sehr bequem durchsuchen kann. Dieser nennt sich Plant Variety Database [2].

De Ruiter Seeds ist noch einfach. Es handelt sich wie Seminis auch um eine Tochter von der Gemüsesparte von Monsanto [3].

„Die Marken Seminis ® und De Ruiter™ stehen im Mittelpunkt der Gemüsesparte von Monsanto.“

Nunhem BV – ist eine Tochter von Bayer Crop Science (genauso wie übrigens die Marke Hild Samen [4]), auch das findet sich problemlos auf der Seite von Nunhem [5].

Die IFS Inc. war ein klein wenig schwieriger herauszufinden, aber da hat es dann schon gereicht bei Google die Sprache zu wechseln um damit die Illinois Foundation Seeds, Inc [6]zu finden – eine Tochter von DOW Agro Science, der Agro-Sparte von DOW Chemical [7].

Petoseed war ein wenig hartnäckig, und dann war wieder eine weitere Überraschung fällig. Petoseed ist eine Marke/Tochter von Seminis [8] – wir erinnern uns an Monsanto (s.o. bei De Ruiter Seeds“).

Fazit

Der Vertrieb von Saatgut (auch Sorten der o.g. Hersteller) an Endkunden erfolgt in Deutschland unter anderem (!!!) über die Marken „Sperli [9]“ & „Kiepenkerl [10]“ (beides Marken der Bruno Nebelung GmbH [11]), „Gärtner Pötschke, „Gartenland Aschersleben“ u.v.m.  Es bleibt für den Hobbygärtner kaum durchsichtig von wem er sein Saatgut bezieht – wenn er nicht vor dem Kauf einer jeden einzelnen Saaguttüte die „Plant Variety Database“ bemüht. Letztlich kauft er Saatgut auch von einem ganz großen Player im Saatgutmarkt – ohne es zu wollen. Mehr Transparenz wäre auch auf dem Saatgutmarkt für den Endverbraucher wünschenswert.

Ein guter Grund auch mal wieder auf das Handbuch Bio-Gemüse: Sortenvielfalt für den eigenen Garten [12] und Das große Biogartenbuch [13] zu verweisen.

zum Weiterlesen

Im Übrigen widerspreche ich nachdrücklich der Unterstellung bei biogaertner.de [17]ich hätte in diesem Beitrag eine Behauptung aufgestellt. Ich habe stets nachvollziehbare Belege geliefert. Auf einen „broken Link“ hätte man mich auch einfach mal ansprechen können. Ich empfehle einfach die Nutzung der o.g. Plant Variety Database [18]. Dabei stößt man bei praktisch allen Saatgutmarken auf Sorten von de Ruiter, Seminis, Petoseeds, Nunhem und/oder IFS.