Aller Anfang…

…ist gar nicht sooo schwer, man muss ihn nur einfach mal vollziehen.

Seit dem ich ein halbe Jahr in Indien war (1998/99) begeistere ich mich mehr oder weniger stark für Chilis. Zunächst nur unter dem kulinarischen Aspekt, daß ein anständiges Curry eine ordentlich Schärfe zu haben hat. Im Lauf der Jahre differenzierte sich das ein wenig. Chilis sehen nicht nur unterschiedlich aus, haben nicht nur eine unterschiedliche Schärfe und schmecken auch nicht alle gleich. Über viele Jahre hatte ich nicht mal einen Balkon oder eine Wohnung mit adäquat natürlichem Licht um eigene Anbauversuche zu starten. Das änderte sich im Jahr 2007. Es gab endlich die ersehnte Wohnung mit Balkon, aber irgendwie kam ich nicht auf die Idee mich mit Chilis zu versuchen. Es sollten erstmal nur Balkon-Tomaten werden. Für einen ersten Versuch sogar recht erfolgreich. In einem Gartencenter lachten mich dann ein paar Jungpflanzen Chilis und Paprika (ohne Sortenbezeichnung) an. Die mussten mit, wurden umgetopft und fanden auf dem Balkon zwischen viel zu viel Tomaten ein neues Zuhause. Die Chilis wuchsen, blühten gediehen prächtig, trugen viele Früchte, reiften rot ab. Dann der Moment der Ernte, eine erste Verkostung: Sie schmeckten nach NICHTS. Keinerlei Schärfe. Eine komplette Enttäuschung! Da waren die „Paprika“, eher chiliartig im Aussehen, Geschmack und Schärfe – aber auch nur entfernt. Die Pflanzen wanderten mit ihren reifen Früchten direkt in die Biotonne.

So leicht lass ich mich aber nicht unterkriegen und dachte mir das geht besser. Im nächsten Jahr gab’s dann Saatgut mit Sortenbezeichnung von Kiepenkerl. Die Paprika ‚Bontempi F1′ (C. annuum) und die Chili ‚Fireflame F1′ (C. annuum). Beides robuste Hybride. Etwas spät im Jahr bekam ich noch Saatgut für Chili ‚Lila Luzie‚ (C. annuum) geschenkt.

Von den drei Jungpflanzen ‚Bontempi‘ trug immerhin eine Früchte – 6 Stück schöne große rote Paprikaschoten mit sehr aromatischem Geschmack – kein Vergleich mit der geschmacksarmen Supermarktmassenware. Ein echter Erfolg und im nächsten Jahr garantiert wieder mit dabei!

Die ‚Fireflame‘ wuchsen wie Unkraut. Ihr Zuhause war – wie bei den Bontempi auch – je ein 10l-Wassereimer, in dessen Boden ich Löcher gebohrt hatte (war deutlich preiswerter als entsprechende Kunststofftöpfe). Gefüllt mit Aldi-Blumenerde vermischt mit Sand und standen auf dem Balkon auf Regalbrettern von Gorm-Regalen mit drei Brettern. Mit dem Gießem war ich eher geizig. Gedüngt habe ich regelmäßig mit flüssigem Neudorff-Tomatendünger. Es gab eine sehr reiche Ernte. Die Schoten waren sogar einigermaßen scharf – je nach Quelle 5-8. Wobei mir wirklich verdammt schwer fällt zu glauben, daß die wirklich so deutlich schärfer sein sollen als Espelette-Chilis. Meine sind wohl eher bei einer 3-4 einzuordnen.

Tja und die Chili ‚Lila Luzie‘ – was auch immer das genau für eine Sorte sein mag. Eine Diskussion bei capsamania.de liefert Hinweise entweder auf ‚Ecuadorian Purple‘ oder ‚Bolivian Rainbow‘. Insofern egal, als das es bei mir ein einziges Desaster gab. Von sechs Samen ging nur einer auf. Der bildete immerhin eine kräftige buschige, aber leider sehr kleine  Pflanze von gerade einmal knapp 30 cm. Sie trug viele wunderschöne intensiv violette Blüten – aber letztlich keine einzige Frucht. Dagegen ließ sich eine Raupe, die ich leider erst sehr spät entdeckte die Blätter gut schmecken.


Nun ist die letzte Saison deutlich vorbei und ich denke schon wieder voller Vorfreude an die nächste Saison. Bei dem England-Urlaub vergangenes Jahr im Mai/Juni mit meiner Frau machten wir einen Abstecher zu South Devon Chili Farm. Und was ich da sah ließ mein Herz höher schlagen und weckte tief gelegene Sehnsüchte nach mehr! Das Saatgut, das ich mir mitbrachte wählte ich einfach nach Aussehen aus:

Tja und gestern war Geburtstag und Weihnachten…
Jetzt habe ich u.a auch ein Anzuchttreibhaus mit Heizmatte und „The complete Chile Pepper Book“ und zwei weitere Sorten…

Chili-Saatgut für 2010

Chili-Saatgut für 2010

Und das soll alles auf einen Balkon? Tja, da wird jetzt wohl ganz dringend eine Auswahl erforderlich. Sämtliche vier aus Südengland mitgebrachten Sorten haben aufgrund der Reifedauer (alle > 100 Tage nachdem Umtopfen), meiner Erfahrung mir Lila Luzie in der vergangenen Saison und dem eher kühlen Klima gute Chancen aus der Planung erst einmal raus zufallen (neugierig bin ich ich aber schon). Aber die Fireflame gibt es sicher wieder, die Espelette werde ich sicher versuchen und die Jalapeno Numex Pinata kriegt wohl auch eine Chance. Sollten wider erwarten tatsächlich noch rechtzeitig die Warteliste auf einen Kleingarten verlassen bekommt dieser ganz sicher als erstes – sofern nicht vorhanden – ein Gewächshaus und meine Planung wird deutlich erweitert.

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