Ein Buch: „The Organic Herb Gardener“

Ein Buch: „The Organic Herb Gardener“

Heute mal ein englischsprachiges Gartenbuch, aber leider habe ich noch keine Übersetzung ins Deutsche entdecken können. Ich suche schon etwas länger nach einem guten Buch über den Anbau und die „Haltung“ von Kräutern. Doch leider bin ich bei den deutschen Gartenbüchern nicht fündig geworden, entweder beschäftigten sie mit der Verwendung in der Küche oder sie gingen in den medizinischen Bereich und wurden sehr schnell „esoterisch“. Dabei suchte ich doch nur ein Buch, das mir Auskunft über die Anzuchtbedingungen und den Standort gibt und das mit guten Beschreibungen.

Während unseres letzten Englandurlaubs fielen mir durch Zufall ein paar Gartenzeitschriften in die Finger, darunter auch die „Grow your own„. Darin war bei den Buch, Blog und App Tipps ein Bücherregal abgebildet, in dem verdächtig viele Gartenbücher standen, die sich in ihrer Übersetzung auch in unserem Regal wiederfinden. Zwischen diesen Büchern stand auch „The organic Herb Gardener“ aus einem Verlag, der mir als guter Verlag im Bereich Handarbeiten und Basteln bekannt war. Keine Ahnung warum das Buch dann irgendwann in meinen Warenkorb hüpfte (es war da plötzlich drin), also konnte ich es auch lesen.

Das erste was beim flüchtigen Durchblättern auffällt sind wunderschöne Gartenbilder, die beweisen, dass ein Nutzgarten nicht langweilig ist sondern wunderschön sein kann.

Zuerst nimmt uns der Autor in die Vergangenheit des Kräutergartens mit, bis zu Tontafeln aus babylonischen Zeiten, auf denen die Anwendung von Kräutern beschrieben wurde oder zu dem von dem Griechen Pedanios Dioscurides verfassten „Materia Medica“ das bis in die frühe Neuzeit Standards setzte in Beschreibung und Abbildung von Kräutern und ihren Anwendungen. Auch der Bedeutungswandel von Pflanzen wird am Beispiel „Papaver somniferum“beschrieben, vor 6000 Jahren ein bekanntes Schmerzmittel, heute eine Zierpflanze. Dazwischen liegen die Jahre der Nutzung als Droge um die Kriege geführt wurden.

“Papaver somniferum”

Kräuter für den Biogärtner haben mehrere Bedeutungen, zum einen die klassischen zum Nutzen in der Küche, als Gewürz oder Tee aber auch die, daß man mit ihrer Hilfe auf einiges an Chemie in Haushalt oder Garten verzichten kann. So kann man sie zur Bodenverbesserung, als Seife , als Ablenkpflanze und aufgrund ihrer hohen Krankheitstoleranz zur Schädlingsbekämpfung einsetzen. Blühende Kräuter ziehen Insekten magisch an und sorgen so dafür das auch die anderen Pflanzen im Garten besucht werden.

Wie lege ich einen Kräutergarten an, was ist mir an Garten gegeben? Was kann ich verbessern und was kann ich an Hilfsmitteln (Rankgitter, Wege, geometrische Formen) nutzen? Was sind die Traditionen die man nutzen kann und wie sieht ein moderner Kräutergarten aus? Wie nutze ich kleine Gärten und was mache ich mit Kräutern in meinem Schrebergarten? Viele Möglichkeiten die alle Beachtung finden und Lösungsvorschläge.

Wie komme ich an Kräuter: Durch Aussaat, Stecklinge, Teilung oder Kauf. Wie bereite ich die Erde vor, und verbessere sie gegebenenfalls. Was habe ich beim Anbau, von einjährigen, zweijährigen oder mehrjährigen Kräutern zu beachten (Fruchtwechsel) und was ist mit Steingärten, Blumenampeln, Grow Bags oder einer Kräuterwiese? Auf all diese Dinge wird eingegangen und wenn man es nicht sofort umsetzen kann oder will, es liefert Ideen. Aber es zeigt auch: Kein Garten ist zu klein für Kräuter, es funktioniert auch auf der Fensterbank oder dem Balkon.

Welche Pflege brauchen meine Kräuter, wann gieße ich sie und wann schneide ich sie zurück oder ernte sie, was mache ich mit Krankheiten oder Mitessern? Ach ja und wie werde ich diese wieder los.

Auch die Verarbeitung der Kräuter wird besprochen, Einfrieren, Trocknen, Einlegen und Einiges mehr.

Der größte Teil, ca. ein Drittel, beschäftigt sich mit den einzelnen Kräuter. Zu jedem Kraut werden die lateinischen Namen und die englischen genannt (die Sortierung erfolgt alphabetisch auf Latein). Dann werden die Pflanzen beschrieben und Varianten die es gibt erwähnt. Dann geht es an die Wachstumsbedingungen. Dazu zählen, die optimale Klimazone die die Pflanze zum überleben braucht, Die Bodenbeschaffenheit und der Standort. Wie wird die Pflanze ausgesät und wohin. Wann und wie erntet man sie. Dann werden die bekanntesten Verwendungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Auf den letzten Seiten werden nochmal Verwendungszwecke aufgezählt und die dazu passenden Kräuter angegeben. Was eignet sich für die Fensterbank? Was gehört in den Küchengarten und was wächst besonders gut auf nassem schwerem Boden?

Ein schönes Gartenbuch, das sich in erster Linie an Einsteiger im Kräutergarten richtet, aber auch bei den Fortgeschrittenen nicht fehlen sollte und wenn man es nur nutzt um sich die Bilder anzusehen. Ich finde  dieses Buch gut und hilfreich. Ich hoffe das ich mich jetzt an den Anbau von Kräutern in unserem Garten stürzen kann und wir demnächst nicht nur eigenes Gemüse haben sondern auch eigene Kräuter dazu (naja, Koriander haben wir ja schon).  Schade, daß sich noch kein Verlag gefunden hat, der dieses nützliche Buch dem deutschen Markt zugänglich macht.

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