Blätterteig selbst gemacht – ohne Palmöl

So langsam kehrt nach drei Jahren Bauzeit und leben mit Provisorien hier wieder Normalität ein. Große Schritte in den letzten Monaten waren die Terrasse, das Arbeitszimmer und das mittlerweile in den letzten Zügen liegen Badezimmer. Die erste Hälfte der Außenküche braucht zwar auch noch einiges an Aufmerksamkeit aber es wird.

So haben wir – und nehmen – uns auch wieder Zeit um uns Dingen zu widmen, die in den letzten Jahren nicht unbedingt im Vordergrund standen. Eines davon ist Backen, mit Herz und Leidenschaft, egal ob herzhaft oder süß.  So sind wir, dank unserer bevorzugten Wohnlage, zu großen Fans von Mary Berry und Paul Hollywood geworden. Die beiden kennt hier in Deutschland kein Mensch, aber den Abklatsch ihrer bekanntesten Sendung, dem „Great British Bake Off“ in der BBC kurz „Bake Off“ kennen dann doch wieder einige, auch wenn das „Große Backen“ nicht an das britische Vorbild herankommt.

Anfangs fanden wir es seltsam, dass gerade Paul immer wieder darauf hinwies, dass man Blätterteig doch selber machen kann. Wir hatten da eine ähnliche Einstellung wie Mary, die meinte man könne Blätterteig in guter Qualität auch fertig kaufen. Hier in Deutschland habe ich spätestens bei einem Blick auf die Zutatenliste Zweifel an der Qualität. Denn die fertigen Blätterteige enthalten meist Palmfett anstatt Butter (sieh auch beim NDR). Palmfett ist schon aufgrund der Anbaumethode mehr als kritisch zusehen und ja, Butter sorgt auch für einen besseren Geschmack.

Selbst bei einem fertigen Blätterteig mit der Bezeichnung „Frischer Blätterteig mit Butter“ ist Vorsicht geboten, denn nur weil auch Butter verwendet wird, bedeutete dies nicht, dass auf Palmfett verzichtet wurde.  Inwiefern in Großbritannien bei vorgefertigtem Blätterteig aus dem Supermarkt Butter vorhanden ist, werden wir bei unserem nächsten Besuch auf der Insel überprüfen.

Also was liegt näher als das Grundrezept auszuprobieren und hinterher eine Pastete damit zu verpacken.

Pauls Grundrezept aus dem Buch Paul Hollywood’s Pies and Puds:

  • 100g Mehl, Typ 550
  • 100 g Mehl, Typ 405
  • eine Priese Salz
  • 75 – 100 ml kaltes Wasser
  • 165 g Butter
Teig noch ohne Butter

Teig noch ohne Butter

Verarbeitet habe ich das dann nach seiner „cheating“ Methode. Das bedeutet Mehl, Salz und Wasser zusammen mixen soviel Wasser dazu, dass man einen festen Teig bekommt, den man lange knetet. Diesen Teig dann kühl stellen und die Butter ins Gefrierfach. Nach einiger Zeit den Teig dann auf etwa 20×30 cm ausrollen und zwei Drittel möglichst gleichmäßig mit Butter bedecken. Dieses funktioniert am besten wenn man die Butter mit einer groben Reibe reibt und dann auf dem entsprechenden Teigabschnitt verteilt. Danach den Teig dann so zusammen falten das man 1 Lage Teig, 1 Lage Butter, 1 Lage Teig, 1 Lage Butter und wieder 1 Lage Teig hat. Das ganze dann in den Kühlschrank. Die Butter sollte während des ganzen Arbeitens nicht zu warm werden, da sie sonst klebrig wird und sich nicht so gut verarbeiten lässt. Auch bilden sich im Teig Butterstücke die zu dick sind und somit das gleichmäßige Aufgehen des Teiges verhindern.

Gefalteter Teig mit Butter nach einiger Zeit im Kühlschrank

Gefalteter Teig mit Butter nach einiger Zeit im Kühlschrank

Eine sehr gute bebilderte Schritt für Schritt Anleitung nach der „klassischen“ Methode befindet sich auch in dem Buch Pasteten von Stéphane Reynaud.

Als Füllung haben wir uns für eine Apfel Garnelen Pastete aus dem Buch von Stéphane Reynaud entschieden.

Ein letztes Ausrollen

Ein letztes Ausrollen

Also unsere Version dieses Gerichtes:

  • 6 Tomaten
  • 3 Zwiebeln
  • Olivenöl
  • 3 EL Kokosmilch
  • 1 El Tandooripaste

Die Tomaten häuten und kleinschneiden und entkernen. Die Zwiebeln würfeln und mit Olivenöl anbraten. Nach und nach die Tomaten dazugeben und mit anschwitzen. Die Kokosmilch und die Tandooripaste hinzufügen und das ganze lange (mindestens 45 Minuten) auf kleiner Hitze vor sich hin schmoren lassen. Dabei ab und zu umrühren, die Flüssigkeit sollte weitestgehend verdampfen. Danach abkühlen lassen.

  • 3 Äpfel
  • 1 Zitrone (unbehandelte Schale!)
  • 1/2 Bund Koriander
  • Rohe große Garnelen (wir haben die Biogarnelen von Aldi genommen), aufgetaut 😉
  • Chili nach Geschmack

Die Schale der Zitrone abreiben und die restliche Zitrone auspressen. Die Äpfel in ca 1cm große Würfel schneiden und mit dem Zitronensaft benetzen. Den Koriander hacken.

Alles miteinander vermischen.

Die Farce

Die Farce

Das Rezept ist für eine 20 cm Springform ausgelegt….. Unser Haushalt gibt momentan nur eine 18 cm oder eine 26 cm Springform her. Daher haben wir eine 18 cm Springform genommen und sie mit 2/3 des Blätterteiges ausgelegt.

Auslegen der Form

Auslegen der Form

Dann kommt die Farce hinein und aus dem restlichen Blätterteig wir ein Deckel geformt. Bevor der Deckel auf die gefüllte Form kommt die Kontaktstellen, Deckel und Seite mit verrührtem Eigelb ein pinseln, hält dann besser. Das restliche Eigelb wird dann zum bestreichen des Deckels genutzt, wenn Teig übrig ist dekoriert einfach den Deckel, das Auge isst ja mit.

Dann kommt das ganze bei 180 °C in den vorgeheizten Backofen. Auch wenn es blöde klingt, eine Temperatur Überwachung des Garraums ist sehr zu empfehlen, es sei denn man kennt seinen Backofen sehr gut – nur weil man an seinem Backofen 180°C eingestellt hat, heißt es noch lange nicht, dass darin auch eine Temperatur von 180°C herrscht!

Fast fertig ;-)

Fast fertig 😉

 

Nach der Fertigstellung erwies sich die Springform als nicht mehr so perfekt, ich glaube wir investieren in eine Form mit losem Boden. Die Pie war sehr lecker und wir werden den Blätterteig weiter perfektionieren (aber nicht nur den), denn wie alles in der Küche braucht er nicht wirklich viel Zeit sondern nur gute Planung.

Wir können halt mehr als nur BBQ und Holzbackofen.

 


Literaturempfehlungen

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