Wohnwagen und E-Mobilität – Zwei Welten treffen aufeinander

Warum haben wir einen Diesel? Klar um unseren 25 Jahre alten Wohnwagen ziehen zu können und ab und an mal etwas transportieren, das schwerer ist als eine Kiste Wasser oder zwei Säcke Zement. Sonst wird das Auto eigentlich nur für kurze Strecken und ab und an mal nach Berlin oder London benutzt. Bei allen anderen längeren Strecken hängt eigentlich der Wohnwagen hinten dran. Da unser „kleiner“ Diesel schon nicht viel ziehen darf, haben wir uns damals für einen leichten gebrauchten Wohnwagen entschieden. Je neuer der Wohnwagen desto schwerer wird auch ein kleiner Wohnwagen. Das hat zum einen Gründe in einem immer höher werdenden Wunsch nach Komfort und zum anderen darin, daß viele Jahre das Thema Gewicht sparen nicht im Focus der Weiterentwicklung stand. Erst in den letzten 5 Jahren mit Beginn des Dieselskandals rückte dieses Thema plötzlich wieder in der Vordergrund. Hier wirkt sich die enorme Marktkonzentration im Wohnwagen- und auch Wohnmobilbereich extrem negativ aus, von wegen Konkurrenz belebt das Geschäft.

Letztes Jahr im Herbst dachten wir wieder über ein neues bzw. anderes Auto nach. Gerne hätten wir uns für ein E-Auto entscheiden aber was machen wir dann mit unserem geliebten Wohnwagen?
Zurück zum Zelt?  Das ist keine Option, wir sind keine Zwanzig mehr und ziehen den Komfort eines richtigen Bettes vor. Ferienwohnung oder Glamping? Ist teurer als Camping und bei weitem nicht so flexibel (heute hier morgen dort).
Umstieg auf Wohnmobil? Wie war das doch gleich mit der Elektromobilität?

 Also hatten wir genau vier Optionen:

  • Wir behalten unseren 12 Jahre alten Diesel und harren der Dinge die da kommen. Dinge in Form teurer Reparaturen bei denen wir uns jedes Mal fragen müssen: Ist das noch wirtschaftlich und dem „Risiko“ uns eher zügig um ein neues Auto kümmern zu müssen.
  • Wir schaffen uns zusätzlich einen elektrischen Elefantenrollschuh der Klasse Renault Zoe oder irgend etwas Ähnliches an und behalten den Stinkediesel nur noch für den Wohnwagen – und siehe vorstehenden Punkt.
  • Wir stoßen den Wohnwagen ab und stellen auf eine Zoe, Kona elektrisch o.ä. um – wurde sofort wieder verworfen, zum Verzicht auf den Wohnwagen sind wir zur Zeit noch nicht bereit!
  • Wir tauschen unser derzeitiges Auto gegen ein E-Mobil, das den Wohnwagen ziehen könnte. Von der Papierform wären beispielsweise der Skoda Enyaq oder auch VW ID.4 eine Möglichkeit gewesen. Aber ganz ehrlich, da gab es ein paar Gründe zuviel die dann leider noch dagegen sprachen:
    • Alle ca. 150 -200 km eine Ladepause mit dem Gespann einlegen müssen, aber wirklich gesicherte Informationen für realistische Leistungsdaten im Gespannbetreib sind kaum zu finden.
    • Wohnwagen zum Laden jedes mal Abkoppeln, da mit dem Gespann kein Platz an den Ladesäulen ist – wäre irgendwie noch vertretbar gewesen.
    • Absurde Lieferzeiten.
    • Das Preisniveau: In passender Ausstattung nach Abzug der Förderung nicht unter 40.000 Euro.
    • Internationale Ladekarten und Lademöglichkeit im Ausland. So gibt es beispielsweise insbesondere in Großbritannien (unserem bevorzugten Urlaubsland) für non-UK residents kaum unkomplizierte Lademöglichkeiten.

Keine der vorstehenden vier Optionen war für uns wirklich befriedigend und hatte mehr Nach- als Vorteile. Im Freundeskreis haben wir uns mit überzeugten E-Mobilisten ausgetauscht – die bei der Umstellung auf batterieelektrische Autos ihren Wohnwagen abgestoßen haben. Entschieden haben wir uns daher für eine Kompromiss in Form von Option 5:

Wir tauschen unser Auto gegen einen Plugin-Hybriden der unseren Wohnwagen ziehen darf und fahren dann im Alltag überwiegend elektrisch. Nach weiteren Gesprächen, Probefahrten, Lesen von Tests, Studium der VCD-Auto-Umweltliste stand die Entscheidung fest:

Im Oktober 2020 haben wir einen Kia Niro PHEV Vision („mittlere“ Ausstattung) mit Anhängerkupplung in Gravity Blue bestellt. Zulässige Stützlast: 100 kg, zulässige Anhängelast: 1.300 kg. Liefertermin hätte KW21 (Ende Mai) sein sollen, geliefert wurde allerdings dann bereits KW13 (1. Aprilwoche):

Beim Händler wurde dann noch die Anhängerkupplung montiert und zugelassen Am Freitag, den 16.4.2021 war es dann soweit und wir tauschten unser altes Auto gegen das neue.

In den nächsten Wochen werde wir noch eine Wallbox montieren, die mit unser Photovoltaik-Anlage „sprechen“ kann um möglichst überwiegend mit günstigem selbst erzeugtem Strom (etwa 10 ct/kWh) fahren zu können.

Eines möchten wir hier hoch und heilig versprechen: Das ist unser letzter Verbrenner!

zum Weiterlesen:

  • Saving-Volt
  • Carwow
  • Caravaning alles klar, preisgünstige Autos kommen nicht vor so kann ich auch Stimmung machen, ich hoffe das ganze fällt euch irgendwann auf die Füße
  • EFahrer 

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