Ein Garten-Tagebuch

Von der besten aller Ehefrauen habe ich zum Geburtstag die Ivington Diaries von Monty Don bekommen. Ein tolles Buch von meinem englischen  Lieblings-Gartenbuchautor. Darin spricht er mir mit seinem ersten Eintrag vom 1. Januar 1998 zu tiefst aus dem Herzen…

[…] So here are my New Year’s resolutions

The first is to keep a daily gardening journal.[…] An empty page is an reasonable record of inactivity as helpful and meaningful as a page crammed with achievements. If you have a garden book for each year, you can start to compare notes from previous years and my own experience is that this is encouraging rather than depressing.

Ich hasse übrigens gute Vorsätze für’s neue Jahr und mache diese daher schon seit vielen Jahren aus Prinzip nicht mehr, aber wir haben Weihnachten und ich habe mich schon längst geärgert für die vergangenen Jahre kein solches Tagebuch geführt zu haben. Wann habe ich letztes Jahr die Zwiebeln gesät oder den Knoblauch gesteckt und wann geerntet? Wie lange haben die Chilis zum Keimen gebraucht? Ich weiß es einfach nicht mehr und werde mit diesem Wissensverlust wohl leben müssen. Klar bleibt auch so einiges als Erfahrungsschatz hängen, aber eben keine Details mehr. Es wird also dringend Zeit damit anzufangen.

Nein nicht am 1. Januar 2012 sondern JETZT!

Anfang Dezember haben wir für 3 € eine Amaryllis-Zwiebel erstanden und in einen ausreichend großen Blumentopf mit torffreier Erde, aber ausnahmsweise mal mit Xylit gepflanzt. Wir dachten schon bis Weihnachten schafft die das eh nicht mehr. Pustekuchen, seit dem 22.12. erstrahlt eine wunderschön große zarte Blüte (Foto folgt).

Im Dezember hatten wir im Innenraum große Probleme mit Wollläusen und ich habe ihnen dem Kampf angesagt. Sämtliche Pflanzen wurden mit einem Neem-Extrakt eingenebelt.

50 g geschrotete Samen in 1 Liter lauwarmen Wasser einige Stunden einweichen, abfiltrieren und Kaliseife zusetzen (1- 2 % Neudosan neu Blattlausfrei)

Das habe ich nach einigen Wochen nochmal wiederholt. Einige letzte Kolonien versteckten sich unter den Untersetzern, die sorgfältig mit heißem Wasser abgebürstet wurden. Die Pflanzen wurden zusätzlich mit dem Neemextrak – natürlich ohne Seife – gegossen. Nun ist hoffentlich Ruhe!

Auf der Fensterbank reifen immer noch mehrere gelbe Rocottos (C. pubescens) ab, die vereinzelt auch schon ihren Weg in den Kochtopf gefunden haben. Ein tolles Aroma bei einer sehr angenehmen Schärfe.

Nach der Saison ist vor der Saison, gerade bei Chilis! Die GöGa hat vor ca. einer Woche mit der Jungpflanzenanzucht von diversen Habaneros (C. chinense) im Zimmergewächshaus auf der Heizmatte mit Kokosfaser-Plugs begonnen. Die beiden ersten, eine milde Sorte von Schuhu aus dem Capsamania-Forum und eine Hot Chocolate Habbi von jeweils vier, sind bereits aus dem beheizten Gewächshaus ausgezogen und stehen jetzt unter 865er Leuchtstoffröhren und genießen 12 Stunden am Tag die „Sonne“.

Das Wetter da draußen vor der Tür ist wenig ansprechend. Bei ca. 7 °C ist es den ganzen Tag grau geblieben – nach einer sternenklaren Nacht.

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