Location, Location, Location….

Location, Location, Location….

Wie bereits vor einigen Wochen verkündet wollen die Landeier sich räumlich verändern, raus aus der Mietwohnung die immer noch nicht begriffen hat, daß für einem Tropisches Raumklima die Temperatur zu niedrig  ist und raus aus dem Schrebergarten der unser Lichtblick ist, aber leider zu klein ist.

Also besichtigen wir im Moment Häuser und lesen Immobilienanzeigen, was einem da so alles angeboten wird ist echt abenteuerlich. Es gibt Vierkanthöfe oder Herrenhäuser die locker bis zu einer halben Million Euro kosten (Muscheln nehmen die hier leider nicht), es gibt Gebäude dieser Art auch für 200000 € aber das sind dann die, bei denen nur noch die Außenmauern stehen – über die Folgekosten rede ich im Moment nicht. Fällt also aus wegen bin kein Krösus. Eine andere Methode wäre einfach ein Grundstück zu kaufen und neu zu bauen, doch was soll ich mit 400 m² das reicht doch gerade für zwei Apfelbäumchen, fällt also auch weg wegen sinnlos.

Also bleibt noch die Möglichkeit zu sichten was der Markt an bezahlbaren Häusern bietet die über ein entsprechend großes Grundstück verfügen und an denen uns der finanzielle Aufwand bezüglich einer Sanierung nicht in den völligen wirtschaftlichen Ruin treibt. Dazu kommen ein paar Standortfaktoren, die sich auf die Lage des Hauses beziehen. Mein Mann hätte da am liebsten die idyllische Lage auf dem Land und der unverbauten Aussicht mit den Einkaufsmöglichkeiten und dem ÖPNV (wenn er denn fährt) des Berliner Nordens. Ja es gibt hier Busse und Bahnen, doch das Erscheinen dieser ist eher selten bis gar nicht vorhanden – manchmal denke ich die schlafen nur in ihren Depots.

Die Dörfer hier in der Region sehen so aus:

  • Ansammlung von Häusern und Höfen
  • Friedhof
  • Freiwillige Feuerwehr
  • verklebte Fenster des vor 15 Jahren geschlossenen Dorfladens
  • riesige katholische Dorfkirche die gefühlt das ganze Dorf aufnehmen würde (inklusive Häuser)
  • ein Kindergarten (wenn man Glück hat)
  • eine Rennstrecke für junge Erwachsene nennt sich Kreisstraße und ist mit Kreuzen am Wegesrand dekoriert
  • eine Bushaltestelle (für den Schülerverkehr )
  • Zuckerrübenmonokulturen
  • Schützenverein und Karnevalsgesellschaft
  • manchmal auch eine Dorfkneipe

Wir haben uns letzte Woche ein Haus auf einem dieser Dörfer angesehen und es ist einfach gemein, das Haus passt eigentlich zu uns es hat Nebenräume für Sommerküche und Werkstatt es ist ein ausreichender Garten dabei, es ist nicht zu teuer und es ist eine alte Hofanlage, mein Kindheitstraum und im Garten saß während unseres Besichtigungstermins ein Greif ach ja die Aussicht ist unverbaut usw…. Doch es liegt halt auf dem Dorf. D.h. der nächste Supermarkt ist mindestens 5 km weit weg und der Bus kommt auch nur wenn Weihnachten, Ostern und Pfingsten auf einen Tag fallen. Die Vernunft sagt ganz klar nein aber es gefällt uns einfach.

Ich werde diese Woche versuchen noch Termine für 2 Häuser in einem anderen Dorf zu vereinbaren dieses hat einen einzigen Standortvorteil dieser nennt sich Rurtalbahn und fährt in mehr oder minder regelmäßigen Abständen von Düren nach Linnich und zurück, das wirkt sich natürlich auf die Preis aus im Schnitt liegen sie mal eben ca. 20 € höher pro m² versteht sich als das andere Dorf. Die beiden Häuser in dem Dorf haben wir bisher nur von außen gesehen. Das eine Haus stammt aus den 50zigern und sieht auch so aus hat immerhin ein Grundstück von 1000m² es liegt in einer Straße die vom gleichen Architekten geplant worden zu sein scheint außerdem kommt hier das übelste aller üblen Heizungssysteme zum Tragen. Das Unwort heißt Nachtspeicheröfen, die raus reißen reicht nicht, sie müssen auch noch entsorgt werden und ein neues Heizungssystem muss eingebaut werden. Das andere ist wieder ein alter Bauernhof dieses Mal in der Ortsmitte also auch nichts mit unverbauter Aussicht, das Grundstück ist zwar größer aber das Haus ist durch seinen Miniinnenhof – andere sagen dazu Lichtloch – und die angebauten Stallungen und Hundezwinger (wer reißt mir die ab) eher dunkel.

Mein Fazit für heute: Wie „Achmed the dead terrorist“ auf die Frage was er denn im Trainingslager für Selbstmord-Bomber gelernt hätte mit: „Location, Location, Location“, antwortete so antworte ich hier nur noch mit: Standort Standort Standort.

3 Gedanken zu „Location, Location, Location….

  1. Ja, das ging mir schon vor nunmehr 18 Jahren ganz genauso: alles, was toll war, war zu teuer, alles was ich mir leisten konnte, war eine Ruine 😉
    Der Kompromiß hieß dann: Standort … und den beschreibst Du oben (abgesehen von Kirche und karnevalsverein) ziemlich genau.
    Allerdings war ich damals noch ziemlich jung UND es gab zumindest noch Post, Bäcker, Bank – heute würd ichs wohl nicht mehr so machen, denn mit den Jahren ist es sehr lästig, für jedes Brötchen 7km, für jeden Besuch, Kinogang oÄ 20, zur Arbeit mindestens auch 20km fahren zu müssen.
    Viel Glück also!!! Ich verfolge Euch schon länger (little Fjonka is watching you…. per RSS) und bin schon sehr gespannt, wie das weiters so werden wird mit Euch und dem Landleben 😉

    1. Hallo Fjonka,

      herzlich willkommen bei den Landeiern!
      Es gibt hier ein Dorf mit DORV (nein, kein Schreibfehler). Das ist ein Projekt, mit dem die Nahversorgung vor Ort wieder gesichert werden soll. Die haben schon diverse Preise eingesammelt. Ein Konzept, daß nun von immer mehr kleinen Orten deutschlandweit übernommen wird.

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