Frühlingstag in Sissinghurst
Wie in einem der letzte Beträge bereits zu lesen war wir haben einen Frühlingsbesuch in Sissinghurst gemacht. Wir waren zwar im Herbst schon mal da und haben den Garten bewundert, aber jetzt im Frühling war alles anders und alles neu. Derzeit sind der Eigentümer, also der National Trust und die beliebte Britische Gartensendung Gardeners World dabei, den in den letzten Jahren doch etwas veränderten Garten zurück zu dem zu machen was er unter Vita Sackville-West und Harold Nicholson mal war. In Folge 9 vom 13. Mai ist der Garten etwa zu der Zeit zu sehen als wir da waren. Leider können die Folgen aus Lizenzgründen in Deutschland nicht geschaut werden, aber wenn man bei YouTube etwas sucht findet man mit Sicherheit diese Folge.
Beeindruckend war die reiche Blütenpracht der Tulpen, Schachbrettblumen und Priemeln in den Beeten.
Einer der ersten Teile des Gartens, den Vita und Harold gestalteten, waren die Haselnusssträucher. Heute stehen hier nur noch wenige der Frühblüher, die einst hier standen. Denn die gleiche Pflanze über Jahrzehnte am gleichen Ort bekommen weder der Pflanze noch der Bodenbeschaffenheit. Dieses Jahr gab es die ersten bunten Pflanzen seit Langen und sie kamen gut mit den Bedingungen klar. Auf Grund der Massen an Besuchern an diesem Tag mussten wir eine gefühlte Ewigkeit auf den richtigen Moment für dieses Bild ohne Menschen im Hintergrund warten. Und schließlich ergab sich ein Zeitfenster von wenigen Sekunden…
Was ich bei diesem Besuch erst richtig wahrnahm, war das Büro von Harold, das weitestgehend unverändert ist. Der Blick auf die Landschaft ist atemberaubend.
Aber auch der Blick auf das Büro aus einer versteckten Laube ist nicht schlecht.
Und immer wieder gab es Tulpen zu sehen.
Der Obstgarten befand sich, als wir im Herbst da waren in einer Umgestaltungsphase. Das Gras wurde neu eingesät und anscheinend auch jede Menge Narzissenzwiebeln gepflanzt.
Nicht nur im Garten dienten die verschiedenen Tulpen als Gestaltungselement, auch in Displays kamen sie zur Geltung.
An diesem ersten wunderschön sonnigen Wochenende wurden nicht nur wir in den Bann von Sissinghurst gezogen sondern auch tausende andere Besucher, die nicht nur den Garten entdeckten sondern auch die umgebende Landschaft für ausgediente Spaziergänge und Wanderungen nutzte.
Literaturempfehlungen
- Einmal gärtnern wie in Sissinghurst: Ein Blick hinter die Kulissen der berühmten englischen Gartenlegende
- In der Ferne so nah: Briefwechsel einer ungewöhnlichen Liebe
- Vita Sackville-West: Eine Biographie Eine Biographie
- Dear Friend and Gardener!: Ein Briefwechsel über das Leben, das Gärtnern und die Freundschaft
- Traumbeete durchs ganze Jahr
4 Gedanken zu „Frühlingstag in Sissinghurst“
Ihr seid ja wirklich sehr englandaffin 😉 und schon wieder auf der Insel.
Ein wirklich priviligierter Blick vom Schreibtisch, den Herr Nickolson da hatte…Wenn ich aufschaue, sehe ich zwar auch auf Bäume und Sträucher , aber dahinter sehe ich die Straße und dann meine Nachbarn von gegenüber.
Da ich noch nicht die einschlägigen Gärten Süd-Englands gesehen habe, stellt sich mir die Frage, was denn genau verändert werden soll, um den Garten wieder Vita+Harold-authentisch zu machen?
Schön finde ich es, dass ihr uns den Garten mal im frühen Frühling vorstellt, bisher hatte immer nur Fotos aus dem Garten im Sommer ‚frothing and foaming‘ gesehen.
Viele Grüße aus dem Fließtal
Sigrun und David
Insbesondere Südengland ist für uns tatsächlich näher als Berlin und Umgebung – und ja, ich würde uns durchaus als anglophil bezeichnen. 🙂
Es befindet sich übrigens noch ein weiterer Beitrag aus Südengland „in der Pipeline“. 🙂 Kommt in den nächsten ein, zwei Tagen.
Danke – herrliche Bilder! Wir waren gerade da, es hat sich etwas bei den Pflanzen verändert, das konnte ich deutlich sehen.
Sigrun
Da hatte sich dein Kommentar doch glatt in den Spam-Ordner verirrt – da gehört er nun wirklich nicht hin!
Ich hoffe, euch haben die südenglischen Gärten auch so gut gefallen!?