Das Melonen Experiment

Wir haben schon oft darüber gesprochen, dass wir gerne Melonen anbauen würden. Ein erster Versuch vor einigen Jahren noch im Schrebergarten endete mit früh verstorbenen Pflanzen. Doch mit dem Gewächshaus im eigenen Garten taten sich plötzlich neue Möglichkeiten auf. So wurde es Zeit für das Melonen Experiment. Wir haben vor einigen Jahren aus Großbritannien Melonen-Saatgut mitgebracht. Also habe ich Anfang April Ogen Melonen (Cucumis melo var. cantalupensis ‚Ogen‘) gesät. Wieder erhofft waren alle Sämlinge groß und kräftig. Mit Fertigstellung des Gewächshauses zogen die Pflanzen ein, wuchsen und wuchsen. Die Pflanzen bildeten Blätter und neben einer Vielzahl männlicher Blüten ein paar weibliche Blüten doch Früchte zeigten sich nicht. Wir haben also einen Feinhaarpinsel gesucht und sind ins Gewächshaus gezogen um Hilfestellung zu geben – wie hatten bis dahin kaum Insekt en im Gewächshaus gesehen. Parallel zum Beginn unsere Pinselbestäubung kamen durch die geöffneten Fenster und die Türe zu diesem Zeitpunkt auch mehr und mehr Hummeln und Wildbienen. 

Erste Früchte

Nach einigen Wochen bildeten sich die ersten Früchte. Gleichzeitig gab es plötzlich wieder Honigbienen, dank an die Nachbarn hier im Dorf die trotz Sperrbezirken und anderen Problemen immer noch Bienen halten. Die Melonen wuchsen weiter und wir warteten darauf das sie endlich reif wurden.

Warten auf Reife

Irgend wann war es dann so weit, die Melonen begannen sich zu verfärben und intensiv nach Melone zu duften – wir konnten die erste Frucht ernten.

Reife Melone

Wir freuten uns über leckeres Obst und da meist mehrere Melonen gleichzeitig reif wurden freuten sich auch einige Nachbarn und Freunde.

Aufgeschnittene Melone

Leider halten sich Melonen nicht all zu lange aber diese Wochen waren ein Fest. Reife Melonen direkt von der Pflanze schmecken um Längen besser als unreif geerntete und im Laden nachgereifte.

Festessen

Einen Nachteil hat das Ganze dann aber doch. Bei der Ogen Melone, einer Cantaloupemelone, ist leider in diesem Jahr die Sortenzulassung abgelaufen und das Saatgut über die konventionellen Vertreiber nicht mehr zu bekommen. Wir haben uns jetzt mit noch vorhandenem Saatgut eingedeckt und werden auf Dauer wohl ein paar Heritage Varianten ausprobieren. Das man Melonen in unseren Breiten erfolgreich anbauen kann, gehört auch zu den nach dem 1. Weltkrieg vergessenen Dingen, oder warum gibt es sonst Sorten wie die „Berliner Netzmelone“ oder „Köstliche aus Pillnitz“? Sorten aus Regionen, die nicht unbedingt für südländisch warmes Klima bekannt sind.

5 comments to Das Melonen Experiment

  • Hallo Jan,

    Melonen können sich nicht mit allen anderen Kürbisgewächsen mischen, nur mit anderen Melonensorten.
    Es können sich nur Pflanzen einer Art untereinander kreuzen.
    Nicht einmal alle Kürbisse können sich mischen, auch da gibt es verschiedene Arten. Man kann das am besten an ihren lateinischen Namen erkennen; wenn zwei Sorten den gleichen lateinischen Namen tragen, dann können sie miteinander gekreuzt werden (eine Kürbisart trägt z. B. den Artnamen Cucurbita moschata, Eure Melone aber den Namen Cucumis melo; die beiden könnten sich also nicht mischen).

    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg mit dem Melonenanbau!
    Jürgen

    P.S.:
    Auf meinem Blog kannst Du dazu auch einiges finden – ziehe auch schon seit ein paar Jahren Melonen in einem Folientunnel, u. a. habe ich auch die Berliner Netzmelone schon ausprobiert.

  • Das ist ja super! Ich habe es einmal probiert, ohne Gewächshaus, no chance. War mir aber vorher schon klar. Drum freu ich mich für dich.

    Sigrun

  • Unkrautaufesserin

    Mal ne dumme Frage:
    Wenn Ihr nur Ogen-Melonen in Eurem Gewächshaus hattet, sind die doch sortenrein vermehrt. Warum habt Ihr nicht Eure eigenen Körnchen geerntet (und den Markt damit überschwemmt)? Sind doch genug drin in so einer Melone…

    • Berechtigte Frage! Zu dem Zeitpunkt haben wir daran nicht gedacht. Für die Samengewinnung, gerade bei Kürbisgewächsen, würde ich dann aber sonst einen wesentlich höheren Aufwand treiben um unerwünschte Kreuzungen zu vermeiden. Denn allein im Garten selber waren diverse weitere Kürbisgewächse und der Flugradius der bestäubenden Insekten ist enorm.

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