Saatgut: Bezugsquellen

Vor eineinhalb Jahren im September 2010 habe ich schon einmal einen Artikel zu dem Thema geschrieben, woher wir unser Saatgut beziehen. Seit dem hat sich einiges verändert. Letztlich angeregt durch ein paar Recherchen von Heiner haben wir dann noch mal unsere Saatgutkiste durchgeguckt und eigene Recherchen angestellt. Aber was sind denn nun Bezugsquellen?

Sicherlich die unkritischsten was Verbindungen zu den großen Saatgutkonzernen betrifft sind:

  • Reinsaat, ein österreichischer Hersteller von Biosaatgut nach Demeterrichtlinien. Erhältlich in Deutschland beispielsweise bei Biogartenversand Jeebel. Ich halte Antroposophie zwar für Humbug, das ändert aber nichts daran, daß Saatgut oder auch Jungpflanzen von Demeterbetrieben nach meiner Erfahrung generell eine sehr hohe Qualität haben.
  • Dreschflegel, mittlerweile über 600 Sorten im Angebot, auch ausgefallener Sorten. Dass Saatgut wird von derzeit 14 Mitgliedsbetrieben gewonnen und dann zentral direkt an Endkunden verkauft.
  • VERN e.V., Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V., Bestellung anhand einer umfangreichen und liebe voll gestalteten Sortenliste (PDF) mit vielen Hintergrundinformationen möglich. Diese erhält eine große Vielzahl an Nutzpflanzen, die besonders gut an Klima und Boden Brandenburgs angepasst sind. In einem großen Projekt mit der HU Berlin wurden beispielsweise alte Salatsorten wie die Goldforelle oder Rehzunge auf deren Anbau und Vermarktungsfähigkeit untersucht.
  • Arche Noah Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung. Ein österreichischer Verein, der sich die Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt durch private und gewerbliche Nutzung zum Ziel gesetzt hat. Dieser bietet für Mitglieder eine schier unerschöpfliche Quelle an alten Nutzpflanzen. Man unterstützt mit seinem Mitglieds-Beitrag – und Handeln – aktiv die Erhaltung alter Sorten und eine der wenigen „Lobby“-Organisationen innerhalb der EU, die sich dem Erhalt und Förderung alter Nutzpflanzen verschrieben haben.
  • Lilatomate, Melanie Grabner darf am besten für sich selber sprechen. Eine tolle Arbeit, die sie leistet!

Diese vier Quellen werden künftig für uns die Hauptrolle bei der Saatgutbeschaffung spielen, neben dem Saatguttausch mit anderen Kleingärtnern. So freue ich mich sehr, daß wir dieses Jahr die  Möglichkeit die Tomate Nonna Antonina vom Gartenbären anzubauen.

Und immer stärker werden wir künftig selber Saatgut vermehren und so versuchen auch unseren kleinen Beitrag zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt beizutragen. Dieses Jahr sind fest dafür vorgesehen:

Das Handbuch Samengärtnerei: Sorten erhalten, Vielfalt vermehren, Gemüse genießen von Andrea Heistinger, ist da eine schier unerschöpfliche Quelle an Informationen – im Übrigen ist dieses Buch letztlich ein Produkt der Arche Noah in Österreich!

Alle anderen im alten Artikel verlinkten Bezugsquellen werden wir nur noch mit deutliche Einschränkung nutzen und nur nach einer vorherigen Recherche in der Plant Variety Database der EU in Kombination mit einem Rechercheversuch dazu welche Firma sich wirklich dahinter versteckt.


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