Great British Garden Revival

„Great British Garden Revival“ das ist der Titel einer neuen 10-teiligen Serie auf BBC2 die von verschiedenen Moderatoren präsentiert wird. Alle Moderatoren sind in Großbritannien bekannte Fernseh- und Buchautoren, die sich mit dem Thema Garten beschäftigen. In Deutschland sind in erster Linie Monty Don, Carol Klein und Alys Fowler bekannt.

Die Sendung beschäftigt sich mit Themen die in den letzten Jahren aufgetaucht sind und das Leben und Gärtnern beeinflussen. So bestand bereits die erste Folge aus zwei voneinander völlig unabhängigen Teilen.

Monty Don und das Verschwinden der Wildblumenwiesen

Hier wurden noch vorhandene Wildblumenwiesen in Großbritannien gezeigt und Pflanzenarten vorgestellt die dort wachsen. Dann wurde drüber berichten warum und wie viele Wiesen in den  letzten 70 Jahren verschwunden sind und mit was für einen Verlust an Biodiversität das einhergeht. Dem Verschwinden ganzer Pflanzenarten. Dann wurde ein Programm zur wieder Anlage von Wildblumenwiesen gezeigt und die traditionelle Mad durch Sensen gezeigt. Auch wurden Pioniere der Wildblumenbewegung vorgestellt die vor Jahren ihre eigenen Gärten so gestalteten und dann aufgrund der Nachfrage in die Vermehrung einstiegen. Aber Monty Don wäre nicht er selbst wenn er nicht Vorschläge hätte zur wieder Ansiedlung der Wildblumenwiese im kleinen und großen Maßstab. So zeigte er wie man ein einfaches Stück Rasen über die Zeit verwandeln kann und welche Pflanzen als Pioniere besonders geeignet sind. Ich hörte in diesem Zusammenhang zum ersten Mal vom „Kleinen Klappertopf„. Ein Wegbereiter für neu anzulegende Wildblumenwiesen. Klappertöpfe leben semiparasitär und schwächen insbesondere Gräser, dadurch wird es für andere Wildblumen leichter ebenfalls Fuß zu fassen. Besonders interessant fand ich wie er in einer alten Zinkwanne für die Leute ohne Garten und die Fans der Topfgartenwelt einen Magerrasen anlegte. Im ersten Moment fand  ich diese Idee etwas skurril, britisch halt, im zweiten Moment dachte ich nur noch wie cool. Das dieses Thema auch in Deutschland präsent ist zeigt sich unter anderem in dem von der EU und einigen Bundesländern ins Leben gerufenen Ackerrandstreifenprogram.

Joe Swift und die Auferstehung des Vorgartens

Das Verschwinden der Vorgärten und das Entstehen von Parkplätzen und Abstellplätzen für Mülltonnen ist nicht nur ein britisches Problem. Hiermit ist keinesfalls ein schön angelegter pflegeleichter Steingarten gemeint sondern eine Fläche die sich von Bürgersteig und Straße meist nur in der Farbe unterscheidet. Joe fragte nach den Auswirkungen dieser Art Umgestaltung und es wurde sehr deutlich dargestellt, daß diese zusätzliche versiegelte Fläche in den Städten ein großes Problem ist: Nach Starkregen bilden sich Überflutungen da die Kanalisation das Wasser nicht mehr fassen kann. Der unversiegelte Gartenboden dagegen speichert das Niederschlagswasser und entlastet dadurch die Kanalisation. Die lokale Luftqualität hat sich dramatisch verschlechtert was besonders für Asthmatiker relevant ist. Doch es wurde nicht nur geklagt sondern auch Lösungsvorschläge gemacht. So wurden einfache Pflanzen gezeigt die relativ anspruchslos sind aber bereits helfen können das lokale Stadtklima zu verbessern, von der Optik gar nicht zu reden. Es wurde ein Apartmentblock gezeigt in dem ein Bewohner angefangen hat die öffentlichen „Grünflächen“  also Baumscheiben bei Nacht und Nebel zu begrünen und ein bisschen schöner zu machen. Seit einigen Jahren gärtnert dieser Mensch nun mit finazieller Unterstützung der Stadtverwaltung denn er hat geholfen ein „Problemviertel“ ein bisschen schöner, freundlicher und sicherer zu gestalten. Es wurden auch zwei Straßenzüge gezeigt in denen die Menschen angefangen haben zu Gärtnern und ihre Vorgärten und ihre Straße neu zu gestalten. Übereinstimmend wurde von den Bewohnern folgendes berichtet: Sie kennen plötzlich  ihre Nachbarn und sie helfen einander nicht nur im Garten sondern auch im alltäglichen. Die Sauberkeit hat zugenommen es liegt weniger Müll und Hundekot herum. Die Sicherheit hat sich verbessert, da man kennt seine Nachbarn kennt und Fremde die sich an Haus und Hof zu schaffen machen eher identifizieren kann. Das geht so weit, daß in Vierteln/Straßen mit vielen begrünten Vorgärten auch die Immobilienpreise über denen der weiteren Umgebung liegen.

All dieses ist auch Thema bei uns manchmal können Lösungsansätze so einfach sein. Es fängt meist unten an mit einem der seinen Vorgarten ansprechend gestaltet und dann machen schon andere mit auch wenn es etwas dauert. In dem Lied ist etwas anderes mit Revival gemeint doch mir kommt immer wieder diese Zeile in den Sinn: „There is Revival in the land!“ Ach ja Revival heißt im deutschen sowohl Auferstehung wie auch Wiederbelebung.

Ich warte gespannt auf die nächsten Folge der Sendung und was ich daraus mit nehmen kann für meinen kleinen Garten „auf dem Kontinent“.

Ausschnitt aus einer Wildblumenwiese in der Eifel

Ausschnitt aus einer Wildblumenwiese in der Eifel



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